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CVP Adliswil Aktuell

Fraktionserklärung zur Streichung des B-Unterrichts
05.03.2008

Aus dem revidierten Budget 2008 konnte entnommen werden, dass der Unterricht in biblischer Geschichte, der so genannte B-Unterricht an der Primarstufe, nicht mehr enthalten ist.

Wie kam es dazu?
Die Schule hatte vom Stadtrat den Auftrag gefasst alle Ausgaben aufzulisten welche nicht gesetzlich gebunden sind. Dazu gehörten Klassenlager/Schulerreisen, Exkursionen und der B-Unterricht. Der SR beschloss den B-Unterricht zu streichen.
Wir von der CVP finden dies auf längere Sicht eine schlechte Lösung, bei der unseres Erachtens nur kurzfristig gespart wird und elementare Grundwerte bei unseren Kindern und Jugendlichen verloren gehen, welche für eine gesunde und gut funktionierende Gesellschaft von grosser Wichtigkeit sind.

Wir möchte sie geschätzte Kolleginnen und Kollegen daran erinnern und zittieren damit Inhalte aus dem Brief der Röm.Katholischen, der Reformierten und Methodistischen Pfarreien von Adliswil, welche sich in einem Brief an alle Fraktionen gewendet haben und von welchem sie somit Kenntnis haben, dass bereits 2004 der Regierungsrat aus Spargründen den B-Unterricht streichen wollte.
In Rekordzeit kam dann jedoch mit über 50'000 Unterschriften eine Volksinitiative zu Stande, welche die Weiterführung des B-Unterrichts verlangte.
Der dadurch entstandene politische Druck und ein dringliches Postulat im Kantonsrat haben den Regierungsrat veranlasst einen Gegenvorschlag vorzulegen. Dieser wurde am 15.Januar 2007 im Kantonsrat mit grossem Mehr verabschiedet.
In der Zwischenzeit haben die meisten Gemeinden - wie auch Adliswil - den B-Unterricht auf Gemeindekosten weiter geführt. Der Besuch des B-Unterrichts ist freiwillig und wurde trotzdem grossmehrheitlich von den Kindern besucht. Dies zeigt für uns auch wie gross das Interesse von Eltern und Kindern an diesem Fach ist.

Bis 2011 wird kantonsweit der neue Religionsunterricht „Religion und Kultur“ eingeführt. Streicht die Stadt Adliswil nun den B-Unterricht, so müssen Pensen gekürzt und Lehrpersonen gekündigt werden, die man ab 2011 wieder dringend suchen wird, was durch den sich abzeichnenden Lehrermangel schwierig werden könnte. Zudem ist der Aufwand für die Einführung des neuen Faches Religion und Kultur ungleich höher, wenn es nicht nahtlos aus dem bisherigen B-Unterricht hervorgehen kann. Die ganzen Umtriebe und Mehraufwände, werden sich sicher auch finanziell bemerkbar machen und ob wir dabei dann effektiv gespart haben wagen wir zu Bezweifeln.

Wir leben je länger je mehr in einer multikulturellen und multireligiösen Gesellschaft. Das Zusammenleben dieser verschiedenen Gruppen ist nicht immer einfach und führt nicht selten zu Spannungen und Vorurteilen. Ganz im Sinne des neuen Schulgesetzes muss die Schule auch in diesem Bereich die Integration fördern, das heisst, Schüler und Schülerinnen müssen ihren geschichtlichen, ethischen und religiösen Hintergrund kennen, um sich selber und die Gesellschaft besser verstehen zu können.
Dieses Wissen ermöglicht es aus unserer Sicht ein besseres Verständnis gegenüber anderen Religionen und ethischen Werthaltungen aufzubringen. Nur so können wir von der Gleichgültigkeit zu einer echten Haltung der Toleranz gelangen und auch präventiv gegen das vermehrt auftretende fundamentalistische Gedankengut arbeiten.
Wir sind der Überzeugung, dass der klare Volkswille zur Weiterführung des B-Unterrichts und unsere eigene kulturelle und religiöse Geschichte nicht Opfer einer kurzfristigen Sparübung werden darf. Unsere Schweizer Kultur basiert auf christlich ethischen Werten und Einstellungen und dem gilt unseres Erachtens Sorge zu tragen. Dies kann ich aus meinen eigenen Erfahrungen betreffend Kenntnis der eigenen, wie auch anderer Religionen und Werthaltungen sagen.
Genau diese Werte werden, losgelöst von kirchlichen und somit religionsbezogenen Einstellungen im B-Unterricht vermittelt, wie es im Lehrplan des Kantons Zürich verankert ist und haben eine grosse gesellschaftliche Bedeutung.
Die christliche Tradition ist Grundlage unserer Gesellschaft.

Als CVP sind uns diese Grundwerte der Gesellschaft, welche ich in meinem Votum erwähnt habe sehr wichtig, weil diese unseres Erachtens die Basis sind für ein konstruktives und gut funktionierendes Zusammenleben in unserer Gesellschaft. Diese Werte sollten auch Ihnen geschätzte Kolleginnen und Kollegen etwas Wert sein.


Nicole Kappeler
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