Jugendliche, die Musik machen wollen, werden viel weniger unterstützt als solche, die sportlich engagiert sind. Das ist dem Adliswiler Tambouren-Leiter und CVP-Mitglied Bernhard Steiner schon oft aufgefallen. Blauring und Jungwacht zum Beispiel bekommen grosse Unterstützung von 'Jugend+Sport' für ihre Lager, in Material und mit Finanzen, erklärt er. Das sei auch gut so, nur sollten Kinder, die in ein Musik-Lager gehen oder sich in Musikvereinen als Leiterinnen und Leiter weiterbilden, ebenfalls vom Bund aus unterstützt werden. Bis jetzt zahlt der Bund null und nichts an die musikalische Ausbildung der Kinder. Sportvereine und Sportlager hingegen werden mit viel Geld gefördert. Steiner betont, dass die Sportförderung wichtig sei und keinesfalls gestrichen werden dürfe, doch musikalische Talente sollten die gleichen Bedingungen vorfinden wie sportlich Begabte. Deshalb sammelt die CVP am Samstag auf dem Bruggeplatz Unterschriften für die Initiative Jugend+Musik. Die Initiative fordert, dass Kinder und Jugendliche im obligatorischen Schulunterricht einen Musikunterricht erhalten, welcher der Qualität des Unterrichts in andern Fächern entspricht, dass sie Unterstützung erfahren, wenn sie sich an Musikschulen ausbilden lassen und dass Kinder und Jugendliche mit besonderen musikalischen Begabungen gefördert werden.
Die Unterschriftensammlung läuft bereits seit einem Jahr. In Adliswil gab es ausser an den Veranstaltungen der Musikschule noch keine Möglichkeit, zu unterschreiben, deshalb konnten dies alle Interessierten am vergangenen Samstag tun. Die Tambouren begleiteten die Sammlung rhythmisch und klangvoll.
Dank dem Bruggemärt konnten viele verschiedene Einwohnerinnen und Einwohner von Adliswil angesprochen werden. Grossmehrheitlich gelang es, den Sinn der Initiative "Jugend und Musik" aufzuzeigen, so dass in relativ kurzer Zeit 100 Unterschriften gesammelt werden konnten.